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Michael van Straten: wie gesund ist Stevia?

Der Zuckerkonsum nimmt in der ganzen westlichen Welt in einem Masse zu, dass er medizinischen Kreisen Anlass zu grosser Besorgnis gibt. Trotz der ständigen Beteuerungen der Zuckerindustrie, dass Zucker ein Naturprodukt sei und ausser der Beschleunigung des Zahnverfalls keine schädlichen Wirkungen habe, sind viele Mediziner beunruhigt angesichts der gewaltigen Mengen des besonders von Kindern konsumierten Zuckers. Ein Artikel in Consumer, einer Publikation der Food and Drug Administration, informierte im April 1992 über die Verhältnisse in Amerika: »Laut Angaben des U.S. - Landwirtschaftsministeriums hat im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte die Verwendung kalorienhaltiger Süssstoffe in Nahrungsmitteln um mehr als 16 Prozent pro Kopf zugenommen, mehr als die Hälfte dieser Zunahme geschah in den vergangenen fünf Jahren.«

Zu den kalorienhaltigen Süssstoffen gehören Zucker, Maissirup mit hohem Fruktosegehalt, reiner Honig und essbare Siruparten.

Paul Lachance, Vorsitzender der Ernährungswissenschaftlichen Abteilung der Rutgers-Universität in New Jersey, drückt dies auf andere Weise aus: Ausgehend von einer Diät von 2000 Kalorien pro Tag schätzt er, dass der durchschnittliche Amerikaner etwa dreihundert Kalorien aus Zucker bezieht, der der Nahrung hinzugefügt wurde. Das entspricht einer Menge von fast vierzehn Teelöffeln Zucker pro Tag. Laut Joan Gussow, Professorin für Ernährung und Erziehung am Columbia Teachers' College der Columbia-Universität in New York »haben wir eine gnadenlose Naschsucht, eine schwere Abhängigkeit von Süssem entwickelt«.

Könnte Stevia die Antwort auf diese Zeiterscheinung sein? Ist es möglich, dass es einen völlig natürlichen, absolut kalorienfreien Süssstoff gibt, der für Diabetiker geeignet ist und Speisen, Kuchen und Getränken zugefügt werden kann, ohne die Zähne zu ruinieren? Die Antwort heisst ja.

Stevia rebaudiana Bertoni ist eine kleine Strauchpflanze aus der Familie der Kompositeen, die überall in Brasilien wild wächst. Der mehrjährige Strauch verliert im Winter seine Blätter. Mit den ersten Anzeichen des Frühlings kommt es zu einer Explosion des Wachstums aus der holzigen Basis des Strauches, die zu einer Masse von Blättern und Blüten führt.

Die Indianer, die nahe der Südgrenze zwischen Brasilien und Paraguay leben, verwenden Stevia seit Jahrtausenden. Ihr Name für diesen aussergewöhnlichen Strauch ist Kahj. Sie verwenden die Blätter der Pflanze, um ihre Speisen und Getränke zu süssen. Der grosse Forscher und Botaniker Bertoni war der erste westliche Wissenschaftler, der die Eigenschaften von Stevia entdeckte und die westliche Welt auf sie aufmerksam machte. Im Kew Bulletin von 1901 stand die erste Beschreibung der Pflanze und ihrer Verwendung bei den Indianern.

Stevia ist dreihundertmal süsser als Zucker; die chemische Substanz, die diese Süsse hervorbringt, ist Steviosid, ein Glykosidmolekül, das aus Glykose und einem als Esteviol bezeichneten Aglycid besteht. In den Wurzeln der Pflanze ist kein Steviosid zu finden, im Holz nur wenig und in den Blüten kleine Mengen. Die Quelle dieser ausserordentlichen Süsse sind die Blätter; der Steviosidgehalt macht rund zehn Prozent ihres Trockengewichts aus. Die traditionelle Anwendungsform der Stevia ist ein Aufguss des getrockneten Blattes zusammen mit anderen Kräutern oder Indianer-Tees. Bereits ein Blatt (oder zwei) pro Kanne bringt ein Gebräu hervor, das auch die höchsten Ansprüche an Süsse befriedigt. Man kann die Blätter auch zehn Minuten lang in kochendes Wasser geben und diese Flüssigkeit dann als Süssungsmittel verwenden. Die moderne Technik macht es möglich, das Steviosid zu extrahieren und zu feinem, weissem Pulver oder Körnchen zu trocknen, die wie Zucker gebraucht werden können.

Stevia wurde an verschiedenen Instituten wissenschaftlich untersucht, so an der Universität Bangkok, am Lehman College of Biological Sciences, New York, an den Abteilungen für Physiologie und medizinische Wissenschaften, für Pharmakologie und für Zahnheilkunde der Universität von Säo Paulo ebenso wie an Forschungseinrichtungen in Holland, Amerika und Japan. Alle Studien ergaben, dass Stevia ein sicheres Mittel ohne Nebenwirkungen ist. Bei einem der Experimente wurde sogar ein Kariesschutz aufgrund des Tanningehalts der Blätter festgestellt. Stevia steigert die Glukosetoleranz bei normalen Erwachsenen und reduzierte nach vorausgehendem Fasten den Glukosespiegel deutlich während des Tests. Diese Ergebnisse scheinen die in Brasilien überlieferte Ansicht zu bestätigen, dass Stevia bei der Behandlung von Diabetes hilfreich sein könnte.

Erst im Sommer 1992 brachte Herbalgram, eine Publikation des American Botanical Council, einen Bericht darüber, dass die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) Firmen verbot, Stevia zu verwenden oder zu importieren. In seinem Artikel berichtet Mark Blumenthal, dass der amerikanische Verband der Hersteller von Pflanzenprodukten an den FDA-Kommissar Dr. David Kessier geschrieben und ihn gebeten hat, seine Zustimmung dafür zu geben, dass Stevia als ein »allgemein als sicher anerkanntes« Lebensmittel registriert wird, und damit zu bestätigen, dass es kein Lebensmittelzusatz ist, wie die FDA behauptete. Der Verband legte eine zweihundertseitige Dokumentation vor, die detailliert die Geschichte des sicheren Gebrauchs von Stevia als Nahrungsmittel beschrieb und weitere wissenschaftliche Erkenntnisse über seine Ungefährlichkeit in Form eines offiziellen Gutachtens vorlegte, das von Professor Douglas A. lünghorn für die Herb Research Foundation erstellt worden war. Am 24. April 1992 wurde der formelle Antrag auf die Zulassung von Stevia als ein »allgemein als sicher anerkanntes Lebensmittel« gestellt.

Stevia wird nach wie vor in weiten Teilen der Welt verwendet, so wie es seit Jahrhunderten in Brasilien gebraucht wurde. Die japanische Nahrungsmittelindustrie verwendet es ebenso wie andere asiatische und europäische Produzenten. Ich bin immer im Zweifel, ob es eine gute Praxis ist, den Konsum von Süssem zu unterstützen, aber für jene, die Süsses haben müssen, ist Stevia ein natürlicher, kalorienfreier, nebenwirkungsfreier und risikoloser Ersatz ohne Nachgeschmack für den zähnezersetzenden, dickmachenden und damit herzerkrankungsfördernden Zucker.

Aus: Michael van Straten: „Guarana", S. 174,
1996, AT-Verlag, Aarau, Schweiz, ISBN 3-85502-554-1
Original erschienen 1994 unter „Guarana", C.W. Daniel Company Ltd., Saffron Walden, England

 

 

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